Valle de Viñales

Das Panorama des Valle de Viñales sucht in der gesamten Karibik seines Gleichen. Nicht umsonst lockt diese eindrucksvoll ursprüngliche Landschaft Kubafans aus aller Welt. Die „Mogotes“ genannten Kegelkarstberge formen den eigentümlichen Charakter der Landschaft und werden von den Einheimischen liebevoll „Elefantenrücken“ genannt. Die berühmte rote Erde des Tales schmückt etliche Postkartenmotive der Insel. Das Valle de Viñales ist jedoch weit mehr als nur die Heimat des angeblich besten Tabaks der Welt. Es beheimatet abenteuerliche Höhlen,  archaische Landwirtschaftskultur, lebendige Fossilien und vieles mehr.

Die Geschichte des Valle de Viñales

Die Geschichte des in der Provinz Pinar del Río liegenden und von Havanna circa 160 Kilometer entfernte, Valle de Viñales geht über 150 Millionen Jahre zurück. Damit gilt diese Landschaft als die älteste Kubas. Ein lebendiges Symbol dieses urzeitlichen Hintergrunds ist die „Palma Corcho“. Dieser Zwergpalmfarn ist ein seltenes lebendiges Naturdenkmal aus dem Jura-/Kreide-Zeitalter. Sie ist leider vom Aussterben bedroht. Die meisten Exemplare ziert aus diesem Grund eine am Stamm angebrachte Registriernummer. Vor der Kolonialisierung hat hier das indigene Volk der Taíno gelebt. Von diesen ist allerdings aufgrund der grausamen Versklavung sowie der eingeschleppten Krankheiten im Valle de Viñales wenig zurückgeblieben. Das Valle de Viñales sowie die namensgebende Stadt wurden im Jahr 1999 zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Zu verdanken ist dies vor allem der bis heute gelebten historischen Landwirtschaftskultur. Mangels fließenden Wassers und Strom werden die Felder wie vor Jahrhunderten bestellt. Von Ochsen mühsam gezogene Holzpflüge sind ein typischer Anblick auf den Feldern des Valle de Viñales. Angebaut wird, neben dem berühmten Tabak beinahe alles, was auf den kubanischen Speiseplan gehört. Auf der fruchtbaren roten Erde wachsen unter anderem Mais, Yuca, Malanga und Bohnen – und das alles ohne jegliche Art chemischen Düngers.

 

 

 

Die Stadt Viñales

Die Stadt Viñales wurde im Jahr 1879 gegründet. Heute zählt der idyllische  Ort über  27.000 Einwohner und Einwohnerinnen. Der Name dieses verschlafenen Ortes leitet sich von dem Wort „Vina“ ab und ist auf ehemalige, gescheiterte Bemühungen zurückzuführen, in der umliegenden Landschaft Wein anzubauen. Heute zieren farbenfrohe einstöckige Häuschen das Stadtbild. Die beschauliche Stadt gilt als idealer Ausgangspunkt für vielfältige Ausflüge, die das Valle de Viñales zu bieten hat. Jedoch gibt es auch innerhalb der Stadt interessante Orte zu erkunden. Die von Pinienbäumen gezierte Hauptstraße führt an dem „Museo Municipal“ sowie an dem „Centro Cultura“ vorbei. Kurz vor dem Verlassen der Stadt lädt zudem der botanische Garten von Viñales  zum Verweilen ein. Vor der Kirche „Iglesia del Sagrado Corazon de Jesus“ kann das bunte Treiben der Stadt beobachtet werden. Denn der öffentlich WIFI Zugang auf diesem Plaza lockt gleichermaßen Einheimische wie Gäste an.

Große Hotelanlagen gibt es kaum. Viñales ist die Stadt der Casas Particulares. Die Integration der touristischen Unterkünfte in die bereits bestehenden städtischen Strukturen erhält das Stadtbild und passt perfekt zur nachhaltigen Bewirtschaftung des geschützten Tals. Zudem kennen die Gastgeber und Gastgeberinnen der Casas Particulares ihre Heimat meist in und auswendig. Sie sind jederzeit bereit, ihren Gästen bei der Planung atemberaubender Ausflüge zu helfen. Die spärliche Anzahl an Restaurants im Ort führt zudem dazu, dass in den Casas Particulares regelmäßig neben dem Frühstück auch ein Abendessen angeboten wird. Nachfragen lohnt sich!

Die Viñales Bus Tour startet von der Casa de Veguero am Rande der Stadt, sowie vom Centro de Visitantes. Diese „hop on hop off“ Tour eignet sich ideal, um für nur 5 CUC am Tag zahlreiche Sehenswürdigkeiten des Valle de Viñales zu erkunden. Im 90 Minuten Takt hält der Bus sechmal täglich an 18 Stationen der Region.

 

Die Highlights des Valle de Viñales

Felsgemälde – Mural de la Prehistoria

Die künstlichen, grellen Farben des gigantischen Felsgemäldes – Mural de la Prehistoria wirken surreal in der so natürlichen Umgebung von Viñales. Entstanden ist das Gemälde im Jahr 1961. Der Künstler Leovigildo González Morillo hat mit der Hilfe lokaler Arbeiter seinen Entwurf an die 180 Meter breite und 120 Meter hohe Felswand  gemalt. Das Motiv des gigantischen Gemäldes ist  die menschliche Evolutionsgeschichte. Aufgrund der starken Regenfälle auf Kuba müssen die Farben regelmäßig nachgezeichnet werden. Besucher und Besucherinnen sollten nicht enttäuscht sein wenn das Werk bei ihrem Besuch etwas verblasst erscheint. Schon von weitem ist dieses für Kuba einzigartige  Kunstwerk eindrucksvoll. Wer das Werk von nahem betrachten will, muss 5 CUC Eintritt zahlen (Eintritt inkl. Getränk). Das Mural de la Prehistoria liegt 5 Kilometer von Viñales entfernt und ist ebenfalls eine Station der Viñales Bus Tour. Auch mit dem Pferd oder zu Fuß kann die Sehenswürdigkeit gut erreicht werden.

 

 

El Mirador

Der Aussichtspunkt „El Mirador“  liegt 5,5 km von der Stadt Viñales entfernt. Hier locken neben einem spektakulären Ausblick über das Valle de Viñale auch geniale Pina Coladas. Wer Glück hat, kommt sogar in den Genuss von Live Musik. Die Verbindung mit den typischen Kuba-Kitsch Souvenirsständen schafft einen filmreifen Kuba Moment für die Viñales Entdecker und Entdeckerinnen.

 

Los Acuaticos

Ein weiterer berühmter Aussichtspunkt ist liegt circa 6 Kilometer vor der Stadt. Der „Los Acuaticos‘“ gilt als einer der berühmtesten Orte für seine spektakuläre Aussicht und dem Blick auf die schillernde Morgendämmerung. Hier gilt: Der frühe Vogel fängt den Schnappschuss! Und keine Sorge – hier wartet hausgemachter Kaffee auf die Wanderer. Im Übrigen sollten sich die Kubafans beim Erkunden des Tals nicht von Regen aufhalten lassen. Gerade der vom Regen erzeugte Dunst über dem Tal erzeugt eine geniale mystische Stimmung.

 

Canopy Zipline

Für wagemutige ist die 1000 Meter lange Seilrutschenanlage mitten durch die Flora und Fauna des Valle de Viñales ideal! Selten führen Ziplines durch eine so traumhafte Umgebung. Für Kuba ist diese Attraktion einzigartig. Unterschiedliche Abschnitte der Seilrutsche führen die Besucher und Besucherinnen über das Tal vorbei an den riesigen Königspalmen. Adrenalin ist hier garantiert! Die Professionelle Ausstattung und das geschulte Team Sorgen für ein sicheres und garantiert einzigartiges Erlebnis auf der Insel. Für 8-15  CUC ist dies zudem wohl einer der preiswertesten Möglichkeiten weltweit zu „ziplinen“.

 

Palenque de los Cimarrones

In nur 4,3 Kilometern Entfernung von Vinales liegt die Höhlenbar „Palenque de los Cimarrones“. Sie gilt als typisches Postkartenmotiv der Gegend. In der urigen Bergbar können Reisende ordentlich speisen und an manchen Tagen sogar zu Salsa Musik das Tanzbein schwingen. Früher galt die Höhle als Zufluchtsort für entlaufene Sklaven. Eine kleine Ausstellungsecke soll auf diesen historischen Hintergrund aufmerksam machen.

 

 

Unser Tagesausflugstipp ans Meer zum Cayo Levisa

Wer sich nach puderzuckerfeinem Sandstrand und türkisfarbenem Wasser sehnt, kann einen Tagsesausflug zum Cayo Levisa unternehmen. Nach ca. 60 Minuten Fahrt mit dem Taxi und anschließender Fahrt mit der Fähre erreichen Tauch- und Schnorchelfans die traumhafte Insel. Der vielen als „Trauminsel“ bezeichnete Ort ist ein wahrgewordener Karibiktraum. Von hier aus können zahlreiche unterschiedliche Touren zu Tauch- und Schnorchelspots unternommen werden. Mehr dazu in unserem Artikel „Tauchen und Schnorcheln“ auf Kuba. Wichtig bei jedem Ausflug zu den geschützten Riffen ist jedoch ein rücksichtsvoller Umgang mit den empfindlichen Meereslebewesen. Hier gilt: Nur gucken – nicht anfassen! Die Fährfahrt, sowie Mittagsessen und Getränk kosten 35-40 CUC.

Die Höhlen im Valle de Viñales

Cueva del Indio

Die wohl bekannteste und am meisten frequentierte Höhle im Valle de Viñales ist die Cueva del Indio. Diese von einem Fluss ausgehöhlte und 6,5 Kilometer von Viñales entfernte  Tropfsteinhöhle kann für 3-5 CUC besichtigt werden. Hier erwartet die Höhlenbesucher und -besucherinnen nach einer 400 Meter langen Wanderung zu Fuß, eine unterirdische Bootstour durch den Berg, die auf der anderen Seite des Berges wieder ans Tageslicht führt. Die Bootsfahrer und Bootsfahrerinnen erklären meist auf Spanisch die Geschichte der Höhle. Wer Glück hat erwischt Guides, die Englisch oder sogar Deutsch sprechen. Außerhalb der Höhle erwartet die Reisenden das typische touristische Angebot. Davon sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen. Die Tour durch den Berg ist wahrlich eindrucksvoll und belohnt die Kubareisenden mit einer imposanten Aussicht.

 

Cuevas de Santo Tomas

Unser abenteuerlicher Geheimtipp für eine Höhlenbesichtigung ist ganz klar die Besichtigung der Cuevas de Santo Tomas. Diese liegen circa 18,5 Kilometer entfernt  von Viñales. Für gut trainierte Wanderer gestaltet sich der Ausflug dorthin als abwechslungsreiche Tageswanderung. Natürlich kann der Höhlenkomplex auch mithilfe eines Taxis von Viñales aus erreicht werden. Jedoch muss bis zum Eingang in die Höhlen der Berg ein gutes Stück zu Fuß bestiegen werden. Bitte unbedingt sportliches Schuhwerk einpacken! An den Höhlen angekommen können diese in Begleitung eines Guides besichtigt werden. Für 10-15 CUC wird einem eine ausführliche Höhlentour, inklusive Stirnlampe und Helm geboten. Wir empfehlen jedoch die Mitnahme einer weiteren Taschenlampe, die das eigene Sichtfeld innerhalb der Höhlen deutlich erweitern kann. Zahlreiche Stalagmiten und Stalaktiten, Fledermäuse und Frösche geben den Besuchern beinahe das Gefühl, ein echter „Höhlenforscher“ zu sein. Der sportliche Aufstieg lohnt sich allemal. Wer eine Tour in seiner Sprache vorab buchen möchte, dem können natürlich die Gastgeber und Gastgeberinnen der gebuchten Casas weiterhelfen.

 

Cueva de la Vaca

Wer nicht viel Zeit mitbringt und fernab der typischen touristischen Pfade unterwegs sein will, dem empfehlen wir die dreistündige Wanderung von Viñales zu der Cueva de la Vaca. Reisende werden hier mit hoher Wahrscheinlichkeit alleine, in aller Ruhe die Landschaft und die Höhle erkunden können. Mithilfe von Taschenlampen können Abenteurer den 40minütigen Weg durch die Höhle zur anderen Seite des Berges auf sich nehmen. Vorsicht: Wechselbatterien gehören für diese Tour unbedingt ins Reisegepäck!